Windpocken? Windpocken!

An der Windpockenimpfung scheiden sich oft die Geister und selbst ansonsten impfende Eltern meinen, dass Windpocken doch zu den eher harmlosen Erkrankungen zählen, die ein Kind ruhig durchmachen kann. Und in der Tat verlaufen Windpocken oft sehr milde – eine Handvoll Pocken, die in ein paar Tagen überkrusten – so “dramatisch” wie bei diesem Kind vielleicht:

WindpockenDafür gibt es dann lebenslange Immunität ( bei 90%). Das Problem ist – auch dies sind Windpocken:

auchWindpockenHunderte von Pocken, dicht an dicht, total schmerzhaft, die Infektion so heftig, dass eine Krankenhauseinweisung nötig ist und das Kind bis heute noch nicht über das Trauma hinweg ist. In der Vorimpfära wurden in Deutschland fast 2000 Kinder pro Jahr wegen komplizierten Windpocken ins Krankenhaus eingeliefert, durchschnittlich für 5 Tage – die meisten davon (77%) hatten keine Vorerkrankung. Durch Windpocken erlitten sie neurologische Komplikationen (25.4%), Hautinfektionen (23.2%), and gastrointestinale Komplikationen (15.0%) – tatsächlich gibt es auch interne Pocken. Circa 20 Patienten pro Jahr starben an Windpocken.

In welcher Gruppe das eigene Kind landet, der “ach wie nervig, ne Woche ans Haus gebunden, aber wenigstens hat meine Süße das dann durch” Gruppe, oder der “sind das Windpocken oder Pocken?!” Gruppe hat man nicht unter Kontrolle. Deshalb lohnt es sich zu impfen.

Dieser Beitrag wurde unter Impfpräventable Erkrankungen, Krankheitsberichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf Windpocken? Windpocken!

  1. Beatrix P. sagt:

    Das Mädchen auf dem zweiten Foto ist meine Tochter.
    Ich kann dem Artikel nur beipflichten, so massive Windpocken sind einfach nur schlimm. Sie ist heute noch traumatisiert.
    Lasst eure Kinder und euch impfen! Unbedingt!

  2. kerablock sagt:

    Egal wie, nun ist es zu spät. Außer 37,x Grad ging es ihm die letzten Tage gut. Unser Kleiner sich seit heute aus wie das obere Foto und es juckt. Erste Hilfe ist Fenistil und morgen ab zum Kinderarzt.

    Eine Impfung, die erst seit 2004 empfohlen wird, ist mir zu unsicher. Ob eine Impfung überhaupt geholfen hätte, ist eine andere Frage. Denn nach der 1.Impfung haben lt. RKI ohnehin nur 72% einen ausreichend Schutz.

  3. Catherina sagt:

    naja, es sterben auch noch Leute trotz Gurt und Airbag, aber ohne waren es mehr. Tut mir leid mit den Windpocken – ich hoffe es werden nicht mehr und wegen des Juckens empfehle ich gerne die Fingernägel kurz zu *feilen* statt schneiden, das gibt weichere Kanten mit denen es sich nicht so leicht kratzt.
    Die Impfung gibt es in Japan seit 30 Jahren, in den USA seit 20. So neu ist die schon nicht – unsere Große ist 1999 dagegen geimpft. Der kleine Bruder (siehe Bild) ist uns zuvor gekommen (und hatte dann die Windpocken nochmal zwei Jahre später, denn Windpocken schützen auch nicht zu 100%).

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.