Berliner Kleinkind stirbt an Masern

Wieviele wird es brauchen, bis Eltern endlich alle impfen?

Eilmeldung hier

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KISS 22/02/2015: Impfpflicht wird wieder offen diskutiert

In Berlin grassieren die Masern – in den letzten 8 Wochen gab es fast 450 Fälle, 70 allein in der letzten. Ein Todesfall eines an Masern erkrankten Kleinkinds wird im Moment noch untersucht. Es ist also kein Wunder, dass Gesundheitspolitiker nun die Möglichkeit einer Impfpflicht prüfen – mehr gibt es in der Welt am Sonntag

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Für Impfen: In Berlin toben die Masern – Impfgegner freuen sich

Das Team von Für Impfen (die im Moment nur noch wenige “likes” bis 2500 brauchen :) ) hat sich zum Wochenende Gedanken zum Maserngeschehen in Berlin/Brandenburg und nicht impfende Menschen gemacht:

Auch wenn Impfgegner es nicht wahrhaben wollen. Ihre Agitation und Propaganda sind der Grundstein für das Wiederaufflammen von impfpräventablen Erkrankungen. Jeder mit Masern Infizierte wird im Laufe der Erkrankung ca. 12 bis 18 Menschen treffen und diese anstecken, wenn sie für Masern empfänglich sind. Das ist mit die höchste Basisreproduktionszahl, die für eine Infektionskrankheit bekannt ist. Deswegen benötigt man im Falle der Masern auch eine extrem hohe Durchimpfungsrate (ca. 95 Prozent), damit die kollektive Immunität – der Herdenschutz – wirken kann. Mit der Durchimpfung sinkt die Nettoreproduktionszahl auf ein Niveau, welches die Ausbreitung von Masern innerhalb einer Population verhindert.

Impfgegner bilden eine empfängliche Untergruppe. In ihr werden sich Masern also ungehindert ausbreiten. Dafür bedarf es nur eines Infizierten. Je weniger solcher empfänglichen Personen es gibt, desto weniger gibt es Berichte über Erkrankungen. Einzelerkrankungen ja, wirkliche Ausbrüche wird es in einer Population mit hoher kollektiver Immunität nicht geben.

Impfgegner selbst sind es jedoch, die ihre Subpopulation der Gefahr der Erkrankung aussetzen. Sie gehen davon aus, dass Masern – als auch andere impfpräventable Erkrankungen – keine Gefahr sind und sie bei gesunder Lebensführung komplikationslos durchlebt werden können. Sie gehen sogar davon aus, dass die Erkrankungen sich positiv auf die Entwicklung ihrer Kinder auswirken.

Manche Subpopulationen haben ebenfalls niedrige Durchimpfungsraten – unfreiwilligerweise: Transplantatempfänger, Menschen mit Immundefekten, Menschen ohne Zugang zu medizinischer Versorgung. Impfungen gehen uns alle etwas an: Sie nützen und sie schützen.

Nun zu den Daten des aktuellen Masernausbruches, Stand 4.2.2015:

Berlin: 412, (jüngster Fall 1.2.2015); 117 Fälle mit stationärer Behandlung
Brandenburg: 45, 36 stationär
NRW: 8 Fälle aus 3 Familien, alle ungeimpfte Impfablehner, 1 weiterer Fall ohne offensichtlichen Bezug.

Mit freundlichen Grüßen in das Wochenende
Für Impfen.

Bild: Übersetzt von Für Impfen, Nutzung mit freundlicher Genehmigung von Steve Sack, USA

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Italien: Wissenschaft im Gerichtssaal

Die Gesundheitsbloggerin Ulrike Schmidleithner, die in Italien lebt und dort auch für ihren Blog Vaccinar…Sì eng mit der “Società Italiana di Igiene, medicina preventiva e Salute Pubblica” (Gesellschaft für Hygiene, Präventivmedizin und oeffentliches Gesundheitswesen),  zusammen arbeitet hat für den Impfblog die rezenten italienischen Urteile analysiert und kommt auf einen nicht besonders erstaunlichen Schluss – auf den Gutachter kommt es an:

blogItalien

In Italien hat die Legende von den Impfungen die Autismus auslösen Hochkonjunktur, zumindest in gewissen wissenschaftsfernen Kreisen.

Inzwischen wittern immer mehr (vor allem Anwälte und Ärzte) ein lukratives Geschäft mit diesem und anderen gesundheitlichen Problemen, die nach einer Impfung auftreten oder erstmals auffallen. Diese werden von gewissen Leuten einfach nur aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs als Impfschäden deklariert. Die Eltern werden systematisch gegen die Ärzte aufgehetzt die Impfungen empfehlen und man rät ihnen dringend, sich an einen der “auf Impfschäden spezialisierten” Rechtsanwälte zu wenden, die Hand in Hand mit – als impfskeptisch bekannten – Gutachtern zusammenarbeiten. Nicht selten sind es die Rechtsanwälte höchstpersönlich, die zum Beispiel bei Facebook auf Kundenjagd gehen und ihre Dienste anbietet.

Es gab daher in Italien in den letzten Jahren einige Urteile, bei denen die Eltern eines autistischen Kindes vor Gericht versuchten, einen Ersatz für den angeblichen Impfschaden zu bewirken. Bei einigen gaben die Richter den Eltern recht, bei anderen lehnten sie die Klage ab.

So wurde beispielsweise letzten November ein Urteil des mailändischen Gerichts vom 23 September 2014 bekannt, in dem das italienische Gesundheitsministerium zur Auszahlung eines Schadensersatzes zu Gunsten eines autistischen Kindes verurteilt wurde. Das italienische Gesundheitsministerium hat Berufung eingelegt.

In diesem Fall wurde die Sechsfachimpfung (Infanrix Hexa), die in Italien im dritten, fünften und elften Monat empfohlen wird, als Auslöser der autistischen Symptome angegeben.

In dem Urteil werden einige Auszüge aus dem Gutachten zitiert, die Schlüsse darauf ziehen lassen, auf welch wissenschaftsfernen Grundlagen sich das Urteil stützt.

Die Hauptpunkte des Gutachters sind:

1 ) Dass die Gefahren des Impfstoffes bei weitem unterschätzt werden, weil, was in Australien die Gesundheitsbehörden vor kurzem bestätigt haben sollen, Chargen des Impfstoffes (Infanrix Hexa) das Konservierungsmittel Thiomersal (Quecksilberethyl-natriumthiosalicylat), das heute offiziell wegen nachgewiesener Neurotoxizität verboten sei, in einer Konzentration enthalten, die den für Babys mit einem Gewicht von wenigen Kilogrammen zugelassenen Höchstwert bei weitem überschreiten.

Korrekt ist jedoch, dass Infanrix Hexa heute überhaupt kein Thiomersal enthält (auch nicht in Spuren). Im Jahr 2006, als das Kind geimpft wurde, war Thiomersal auch nicht als Konservierungsstoff enthalten, aber damals waren noch extrem geringe Spuren 10 ppb (ppb = Teile pro Milliarde) als Reste des Produktionsprozess enthalten. Diese sind weit von den zugelassenen Höchstwerten entfernt und haben keinerlei Bedeutung für die Gesundheit.

Ausserdem führt auch Thiomersal in den Konzentrationen als Konservierungsstoff zu keinen bedeutenden gesundheitlichen Problemen und es ist auch nicht für Autismus verantwortlich. Diese angebliche Korrelation wurde schon vor Jahren durch zahlreiche Studien widerlegt. Ausserdem ist die Autismusrate, nachdem Thiomersal im Jahr 1999/2000 aus den Impfstoffen entfernt wurde, weiterhin in gleichem Muster angestiegen, wie zuvor.

Dass die Gesundheitsbehörden in Australien kürzlich bestätigt haben sollen, Thiomersal sei in Konzentrationen enhalten, die den Höchstwert weit überschreiten, davon findet man keine Spur in deren Internetseite. Es geht aus dem Urteil nicht hervor (da darin nur kurze Auszüge aus dem Gutachten zitiert werden), worauf sich der Sachverständige bezieht, aber es ist ohne weiteres anzunehmen, dass es sich um die in Impfgegnerkreisen häufig zitierte australische Studie aus dem Jahr 2010 handelt.

J Toxicol Environ Health A. 2010;73(10):637-40.
Mercury in vaccines from the Australian childhood immunization program schedule.
Austin DW, Shandley KA, Palombo EA.

Bei den in der Veröffentlichung untersuchten Impfstoffen handelte es sich um Chargen aus der Zeit, bevor das Thiomersal aus dem Produktionsprozess entfernt wurde. In Australien ist Infanrix Hexa seit August 2009 thiomersalfrei. Und vorher waren nur die winzigen Spuren enthalten, die eben in dieser Studie gefunden wurden: 10 ppb.

Der zweite Punkt des Gutachters ist ein “geheimes” Dokument des Impfstoffherstellers, in dem dieser angeblich zugibt, dass Infanrix Hexa Autismus auslösen kann. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein geheimes Dokument, sondern um den Report, den die Impfstoffhersteller regelmässig an die Zulassungsbehörden schicken müssen. In dem Dokument werden alle UAWs (Unerwarteten Ereignisse nach der Impfung), die die Ärzte seit Oktober 2000, als Infanrix Hexa auf den Markt kam, dem Hersteller gemeldet haben. Es enthält auch die Ereignisse, die während einiger Studien beobachtet wurden, die seit der Vermarktung durchgeführt wurden, sogenannter “post-marketing” Studien.

Aus dem Dokument geht hervor, dass dem Hersteller des Impfstoffes Infanrix Hexa, Glaxo Smith-Kline, in den 10 Jahren von Oktober 2000 bis November 2010 weltweit sechs Fälle von Autismus gemeldet wurden (fünf schwere und ein als leicht eingestuftes autistisches Syndrom),  und das auf fast 73 Millionen gelieferte Dosen. Diese extrem geringe Meldezahl stellt natürlich für die Experten kein Warnsignal da, vor allem auch in Anbetracht der vielen Studien, die keinen kausalen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus feststellen konnten.

Das italienische Gesundheitsministerium und die Experten der Gesundheitsbehörden haben ihren Standpunkt zu diesem wissenschaftsfernen Urteil bekanntgegeben.

Die Ministerin Beatrice Lorenzin hat dieses Urteil als ein Attentat auf die öffentliche Gesundheit bezeichnet.

Die wichtigsten italienischen Wissenschaftsverbände haben dazu eine gemeinsame Pressemeldung abgegeben, mit der sie dieses Urteil aufs schärfste kritisieren:

Die Kritik geht vor allem gegen gewisse Sachverständige, die wissenschaftsferne Gutachten ausstellen vor.

“Wir behalten uns das Recht vor, die Ärzteverbände aufzufordern, das Verhalten derjenigen Sachverständigen in einem Disziplinarverfahren zu prüfen, deren Gutachten nicht auf wissenschaftliche Beweise gestützt sind, was zur Folge hat, dass die Richter Entscheidungen treffen, die im Widerspruch zur Wahrheit der Tatsachen stehen.”

Vor kurzem, am 20 Januar 2015, gab es ein weiteres Urteil, bei dem jedoch die Richterin des Gerichts von Santa Maria Capua Vetere die Klage auf Impfschaden ablehnte.

In diesem Fall gaben die Eltern einer ganzen Reihe von Impfungen die Schuld dafür, dass bei ihrem Kind Autismus diagnostiziert wurde und zwar die gegen Polio, DTP (Diphtherie, Tetanus, Pertussis), Haemophilus Influenzae B, Hepatitis B, MMR (Masern, Mumps und Röteln, in Italien MPR).

Im Urteil schreibt die Richterin in Bezug auf das Gutachten des Gerichtsmediziners:

“Der Bericht des Gutachters wurde in sorgfältiger und rigoroser Art durchgeführt, unter Berücksichtigung der einschlägigen Literatur und der existierenden Kasuistik. Die Schlussfolgerungen erscheinen sehr gründlich argumentiert und werden von der Datenlage des Verfahrens unterstützt.”

Es gab in Italien, wie schon gesagt, noch weitere Urteile, bei denen es um Autismus als angeblichen Impfschaden ging. So wurde zum Beispiel im April 2013 in einem Urteil des Gerichts von Genua die Klage abgelehnt, während das Gericht von Rimini im März 2012 den Eltern eines anderen Kindes Recht gegeben hat. Auch hier hat das italienische Gesundheitsministerium Berufung eingelegt.

Ich habe die beiden jüngsten Urteile etwas näher beleuchtet um zu verdeutlichen, dass solche niemals die wissenschaftlichen Erkenntnisse ersetzen können. Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei Autismus als Impfschaden anerkannt wird, ist 50/50 und hängt grösstenteils von dem Kenntnisstande der Gutachter in Sachen Impfungen ab. In Italien braucht jemand nur ein Arztstudium absolviert zu haben um sich als Gutachter eintragen zu lassen. Es gibt für Gerichtsverfahren, bei denen es um Impfungen geht, leider keine Spezialistenliste, auf die sich die Richter stützen können. So werden auch Ärzte als Gutachter beordert, die wenig zum Thema Impfungen wissen. Daher kommt es immer wieder zur Anerkennung von Impfschäden, die in Wirklichkeit, laut wissenschaftlichem Kenntnisstand gar keine sind.

Gerichtsurteile können daher von wissenschaftlich orientierten Menschen keinesfalls als “Beweis” verwendet werden, weder in der einen Richtung noch in der anderen. Der Wahrheit kann man sich nur Schritt für Schritt mit hochwertigen wissenschaftlichen Studien nähern, die mit viel Sorgfalt, Hingabe, professioneller Leistung durchgeführt und in anerkannten medizinischen Zeitschriften veröffentlicht werden. Und dann muss die Gesamtheit der Studien zu einer bestimmten Frage abgewogen werden, da jede einzelne Studie Schwachstellen hat. Die Richtigkeit eines Ergebnisses kann erst durch mehrere Studien bestätigt werden, weil man nur so die Konsistenz eines beobachteten Ergebnisses testen kann.

Mit diesem wissenschaftlichen Prozess wurde Studie um Studie (mehrere Dutzende) festgestellt, dass Impfungen das Risiko einer Autismusdiagnose nicht beeinflussen. Dabei ist die Ausnahme die Impfung gegen Röteln, die vor einer Art von autistischem Syndrom schützt, die häufig bei Kindern mit Rötelnembryopathie vorkommt.

Zum Schluss möchte ich noch den bekannten Impfexperten Paul Offit zitieren:

“In Gerichten findet man keine wissenschaftliche Wahrheiten, sondern dort werden Streitigkeiten geschlichtet. Wenn Sie wissen wollen, ob Impfungen Autismus verursachen, darf man nicht auf die Gerichte schauen, sondern auf wissenschaftliche Studien.”

 

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Für Impfen: Umentschieden? Was nun?

Auf Für Impfen ist heute ein Wegweiser für Eltern, die sich umentschieden haben erschienen (FI fehlen übrigens nur noch 8 “Likes” zu den 2000):

Die Entscheidung für oder gegen Impfen treffen viele Eltern nicht leichtfertig. Im Laufe der Entscheidungsfindung kann es infolge neuer Information dazu kommen, dass man seine bisherige Einstellung hinterfragt und nun seine Meinung radikal ändert. Eltern, die bisher nicht impfen lassen wollten, erhalten zusätzliche Information und überlegen deshalb, ob sie wirklich im Interesse ihres Kindes handeln, wenn nicht impfen lassen. Wie ist das denn dann so. Die Frage ist: Umentschieden, was nun?

Viele haben in den letzten Tagen die Berichte über die kleine Aliana gesehen und auch gelesen [1][2][3][4]. Nach einer zunächst nicht als solche diagnostizierten Masernerkrankung als Baby hat sie nun als 4-jährige die tödliche Masernkomplikation SSPE [5] ereilt, ungefähr vier Jahre nach der Maserninfektion. Innerhalb weniger Wochen verlor sie alle Fähigkeiten und die Familie kann nur auf ihren Tod warten.

Tausende von Eltern haben sich der Facebookgruppe von Alianas Eltern angeschlossen und viele, die Impfungen skeptisch gegenüber standen, überlegen sich nun doch impfen zu lassen, sind sich aber nicht sicher, wie sie das anfangen können. Hier haben wir ein paar Tipps zusammengestellt – selbstverständlich können und sollen die nicht die persönliche Beratung bei Arzt/Ärztin ersetzen, aber können hoffentlich Mut machen, dass es doch nicht so schwer ist, mit dem Impfen (wieder) anzufangen.

Hier also die Situationen:
1. Das Kind ist unter 14 Monate alt und noch nicht gegen Masern geimpft: Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland [6] empfiehlt die Masernimpfung in Kombination mit Mumps und Röteln als MMR mit 11-14 Monaten und eine zweite MMR zwischen dem 15. und 24. Monat zu geben, mit mindestens einem Monat Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung. Prima, das Kind kann also einfach nach Plan geimpft werden.

2. Das Kind ist über 14 Monate alt und noch nicht gegen Masern geimpft: mit der MMR kann jederzeit begonnen werden. Zwei MMR Impfungen mit mindestens einem Monat Abstand, geben über 99% aller Impflinge lebenslangen Schutz gegen Masern und Röteln und viele Jahre Schutz gegen Mumps [7].

3. Das Kind hat die erste MMR Impfung, aber nicht die zweite: Die zweite MMR Impfung kann jederzeit nachgeholt werden.

4. Das Kind ist nur gegen Masern (oder Mumps, oder Röteln) geimpft, bzw hat eine dieser Krankheiten gehabt: Die Einzelimpfstoffe werden nicht mehr vertrieben, deshalb sollte das Kind wie unter 2. geimpft werden. Die Immunität gegen eines der drei Viren (egal ob durch Krankheit oder Impfung) spielt keine Rolle und verstärkt auch nicht das Risiko irgendwelcher Nebenwirkungen.

5. Es geht gar nicht ums Kind, Mama/Papa sind ungeimpft: Für Mama und Papa gelten die selben Regeln wie unter 2. Die MMR kann in jedem Alter gegeben werden.

6. Mama/Papa wissen nicht, ob sie geimpft sind: Man kann so vorgehen wie unter 2 und einfach 2x MMR impfen. Es lohnt sich bei jüngeren Personen zu schauen ob der eigene Kinderarzt noch praktiziert und vielleicht noch Unterlagen hat. Man kann auch (kostenpflichtig) die Immunität vor dem Impfen testen lassen. Das erfordert eine Blutabnahme beim Arzt. Liegt Immunität gegen alle drei Viren vor, braucht man nicht zu impfen. Ist man gegen eins oder mehr nicht immun, gilt 2.

7. Was ist wenn eine Frau schon schwanger ist und nicht gegen Masern immun, kann sie sich noch impfen lassen, um ihrem Kind einen Nestschutz zu geben? NEIN! Die MMR darf schwangeren Frauen nicht verabreicht werden, um eine Infektion des ungeborenen Babies, vor allem mit Röteln, zu vermeiden. Die MMR sollte also vor einer geplanten Schwangerschaft gegeben werden. Der werdende Papa darf sich aber impfen lassen, falls, nötig. Die MMR ist NICHT ansteckend.

Gar nicht so schwer – bei anderen Impfungen/Krankheiten kann es schwieriger sein – dem widmen wir uns in einem getrennten Beitrag.

[1] http://www.stern.de/…/vierjaehrige-liegt-im-sterben-nach-ma…
[2] http://www.bild.de/…/aliana-kaempft-um-ihr-leben-38396138.b…
[3] http://www.welt.de/…/Vierjaehrige-kaempft-nach-Masern-um-ih…
[4] http://www.rtl-hessen.de/…/toedliche-masern-folgen-fuer-ali…
[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Masern…
[6] http://www.rki.de/…/STIKO/Empfeh…/Impfempfehlungen_node.html
[7] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18600190

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Für Impfen: Impfversagen

Mal wieder ein ganz hervorragend recherchiert, referenziert und geschriebener Artikel vom Team von Für Impfen – die brauchen übrigens nur noch 111 “Likes” bis 2000 und sind ausgesprochen “likable”.

Immer wieder gibt es Fälle, bei denen auch geimpfte Personen an impfpräventablen Infektionen erkranken. Viele Impfgegner sehen darin den letzten, unumstößlichen Beweis, dass Impfungen nicht wirken und unsinnig seien. Tatsächlich sind diese Fälle, bei genauerer Betrachtung, meist aber wenig überraschend, oder zumindest gut zu erklären.

Dieses sogenannte Impfversagen (engl. „non-/low-responsiveness“) ist ein bekanntes Phänomen und betrifft (geschätzt) 1-10 % aller Impfungen. Dabei sind große Schwankungen zwischen verschiedenen Impfstoffen zu verzeichnen. Die Impfung gegen Hepatitis B (HepB) hat mit etwa 5-10 % den größten bisher bekannten Anteil an Impfversagern, viele andere wirken hingegen in den allermeisten Fällen wie gewünscht [1,2].

Das Ziel von Impfungen ist die Immunität des Geimpften. Diese wird in der Regel durch die Produktion von Antikörpern durch B-Zellen erreicht (und nachgewiesen). Antikörper können Gifte von Krankheitserregern neutralisieren oder die Erreger selbst davon abhalten, uns krank zu machen. Dies erreichen sie z.B. indem sie die Erreger binden und so für das Immunsystem sichtbar machen. Natürlich gibt es aber noch wesentlich mehr Prozesse, die nach so einer Impfung ablaufen und eine Immunität gewährleisten, z.B. die Aktivierung von T-Zellen, oder die Bildung von Gedächtniszellen, die eine langlebige Immunität sicherstellen [3–5].

Impfversagen lässt sich in primäres und sekundäres Impfversagen einteilen. Als primäres Impfversagen gilt, wenn nach einer Grundimmunisierung oder eventuellen Booster-Injektionen keine nachweisbare Immunität ausgelöst wurde. Dies kann ganz verschiedene Ursachen haben: Fehler in der Lagerung, Fehler bei der Applikation (z.B. Reste des Desinfektionsmittels) oder auch zirkulierende Antikörper, z.B. von der Mutter (Nestschutz), oder von vorhergehenden Impfungen. Hiervon sind vor allem Lebend-Vakzine betroffen, da in allen Fällen die Viren abgetötet oder ihre Vermehrung gestört wird [2,6,7].

Sekundäres Impfversagen tritt dann auf, wenn die Immunität im Laufe der Zeit nachlässt. Dies ist nicht nur bei Impfungen, sondern auch bei der „natürlichen“ Immunität nach Erkrankungen der Fall und lässt sich kaum vermeiden. Hier helfen höhere Dosen an immunstimulierenden Substanzen (z.B. Bestandteilen der Erreger) oder Booster-Injektionen [6,7].

Darüber hinaus sind verschiedene Dinge denkbar, die einer erfolgreichen Immunität im Wege stehen können. So kann es sein, dass die Zeit zwischen der Impfung und dem ersten, echten Erregerkontakt zu kurz war und noch keine schützende Immunität aufgebaut werden konnte. Außerdem schützen einige Impfungen zwar vor den aggressivsten Stämmen (z.B. die HPV- oder Pneumokokken-Impfung), nicht aber vor allen. Schlimmstenfalls könnten Immundefekte oder zeitgleich ablaufende, andere Erkrankungen einer erfolgreichen Impfung im Wege stehen [2,7].

Ein Impfversagen lässt sich in gewissem Maße verhindern oder behandeln, wobei sich primäres Impfversagen durch achtsamen Umgang mit dem Impfstoff vor und während der Applikation vermeiden lässt, sekundäres wiederum kann durch Booster-Injektionen therapiert werden [7,8].

Hier endet der allgemeine Teil des Beitrages. Wer nun noch genug Energie für einen Ausflug in die molekularen Grundlagen des Impfversagens hat, darf gerne weiterlesen.

Neben den eben beschriebenen allgemeinen Faktoren, die den Impferfolg negativ beeinflussen können, wurden in der Forschung bereits zahlreiche weitere Einflüsse beschrieben. Wir wollen an dieser Stelle einen kleinen Einblick geben, wobei unsere Auswahl keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Wir wollen lediglich demonstrieren, wie divers und komplex Fragestellungen im Bereich der Impfstoffforschung und der Immunologie sind.

Die bereits erwähnten HepB-Impfstoffe sind, gerade weil es häufig zum Impfversagen kommt, relativ gut untersucht. So konnte gezeigt werden, dass die genetische Grundausstattung eines Menschen auch die Reaktion auf Impfungen beeinflusst, wobei vor allem bestimmte Varianten des Humanen Leukozytenantigens (HLA) von Bedeutung zu sein scheinen. Die HLA-Moleküle kommen in verschiedenen Varianten in jedem Menschen vor. Sie dienen den Zellen des Immunsystems als „Präsentier“-Moleküle. Auf ihnen können Bruchstücke von z.B. Viren oder Bakterien, aber eben auch Immunogene (die Stoffe in einer Impfung, auf die das Immunsystem reagiert) anderen Zellen gezeigt werden. Dies bewirkt normalerweise eine Aktivierung des Immunsystems. Bei der HepB-Impfung scheinen die in der Impfung enthaltenen Immunogene aber weniger effektiv präsentiert zu werden, was eine ungenügende Aktivierung des Immunsystems zur Folge hat. Dies ist insbesondere für ganz bestimmte Varianten dieser HLA-Moleküle nachgewiesen [1,9,10].

Die Pneumokokken-Impfung zeigt ebenfalls bei einigen Geimpften ein Impfversagen. Hier lassen aktuelle Studien vermuten, dass dies vor allem Menschen betrifft, die bereits mit einigen der Pneumokokken besiedelt sind. Man vermutet, dass Teile der Kapsel-Strukturen der Pneumokokken das Immunsystem überfluten. Dies zerstört die wichtigen B-Zellen und kann eine Art Lähmung des Immunsystems auslösen [11,12].

Die Masernimpfung kann ebenfalls von verschiedenen molekularen Prozessen beeinflusst werden. So zeigen Studien, dass ein bestimmtes Molekül auf der Oberfläche von Zellen (das sog. CD46) wichtig für die Aufnahme der im Impfstoff enthaltenen Viren ist. Nun kommt es bei einigen Menschen zu Mutationen im genetischen Code dieses Rezeptors. Man vermutet, dass diese Mutationen dazu führen, dass weniger Rezeptoren auf die Zelloberfläche gelangen, oder die Viren nicht mehr binden können [13].

Andere Studien geben auch einen Hinweis darauf, dass neben winzigen Veränderungen im Erbgut oder in Rezeptoren auch systemische Einflüsse eine große Rolle spielen. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Übergewicht, neben den bekannten Risiken von Infarkten u.ä., auch die Immunantwort negativ beeinflussen [14,15]. Eine koreanische Forschergruppe hat nun auch nachgewiesen, dass die Wirksamkeit von Influenza-Impfungen bei Übergewicht nachlässt [16]. Andere Gruppen konnten dies für die Hepatitis A- und Tetanus-Impfungen zeigen [17,18]. Hier lässt sich keine einzelne Ursache ausmachen, es kommt viel mehr zu dramatischen und umfangreichen Fehlregulationen im Stoffwechsel und auch im Immunsystem.

Und schließlich kann auch ein recht banaler Prozess zum Impfversagen führen: das Altern. Dies liegt vermutlich vor allem daran, dass auch das Immunsystem altert und einige seiner Funktionen einbüßt oder weniger effektiv arbeitet. Immunologen sprechen hier von Immunseneszenz. Auch diese kann die Wirksamkeit von Impfungen einschränken [1,19].

An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass die beschriebenen Effekte NICHT von den Impfstoffen ausgelöst wurden, sondern ihre Ursache in den geimpften Personen zu finden sind. Insbesondere die beschriebenen Defekte bei HepB könnten also auch bei Infektionen zu möglichen Problemen führen, weil diese Menschen keine adäquate Immunantwort ausbilden können. Eine Impfung ist in diesem Fall (wie auch den allermeisten anderen) die sicherere „Alternative“ zur Infektion.

Wir hoffen, wir konnten euch zeigen, wie schwierig und gleichzeitig höchst spannend die Forschung in diesem Bereich ist. Dieser Einblick zeigt aber auch, dass die von Impfgegnern häufig herangezogenen Persönlichkeiten, die wesentlich platter und ohne wirkliches Detailwissen argumentieren, keine echten Experten auf dem Gebiet der Impfungen sind (und häufig nicht einmal sein könnten, weil ihnen viel zu viel Wissen fehlt). Sie mögen eine Meinung haben, aber reicht das, um ein so komplexes Thema angemessen zu diskutieren?

Lesestoff:
[1] E. Garner-Spitzer, A. Wagner, M. Paulke-Korinek, H. Kollaritsch, F.X. Heinz, M. Redlberger-Fritz, K. Stiasny, G.F. Fischer, M. Kundi, U. Wiedermann, Tick-borne encephalitis (TBE) and hepatitis B nonresponders feature different immunologic mechanisms in response to TBE and influenza vaccination with involvement of regulatory T and B cells and IL-10, J Immunol 191 (2013) 2426–2436.
[2] U. Heininger, N.S. Bachtiar, P. Bahri, A. Dana, A. Dodoo, J. Gidudu, Santos, E. Matos dos, The concept of vaccination failure, Vaccine 30 (2012) 1265–1268.
[3] K. Murphy, P. Travers, M. Walport, C. Janeway, Janeway’s immunobiology, 8th ed., Garland Science, New York, ©2012.
[4] C. Schütt, B. Bröker, Grundwissen Immunologie, 3rd ed., Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 2011.
[5] L. Rink, H. Haase, A. Kruse, Immunologie für Einsteiger, Spektrum, Akad. Verl., Heidelberg, 2012.
[6] G. Poggensee, A. Reuss, S. Reiter, A. Siedler, Overview and assessment of available data sources to determine incidence of vaccine preventable diseases, vaccination coverage, and immune status in Germany, Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 52 (2009) 1019–1028.
[7] H. W. Doerr, W. H. Gerlich, Medizinische Virologie, 2nd ed., THIEME, 2009.
[8] Kommission für Infektionskrankheiten und Impffragen der DAKJ, Empfehlung einer generellen Zweitimpfung gegen Varizellen, Monatsschr Kinderheilkd 157 (2009) 377–379.
[9] A.B. McDermott, Cohen, S. B. A, J.N. Zuckerman, J.A. Madrigal, Human leukocyte antigens influence the immune response to a pre-S/S hepatitis B vaccine, Vaccine 17 (1999) 330–339.
[10] L. Goncalves, B. Albarran, S. Salmen, L. Borges, H. Fields, H. Montes, A. Soyano, Y. Diaz, L. Berrueta, The nonresponse to hepatitis B vaccination is associated with impaired lymphocyte activation, Virology 326 (2004) 20–28.
[11] E. Stanford, S. Ladhani, M. Slack, D. Scott, A. Fitzgerald-O’Connor, P. Waight, R. Malkani, R. Borrow, Pneumococcal serotype-specific unresponsiveness in vaccinated child with cochlear implant, Emerging Infect. Dis. 18 (2012) 1024–1026.
[12] Å. Örtqvist, I. Henckaerts, J. Hedlund, J. Poolman, Non-response to specific serotypes likely cause for failure to 23-valent pneumococcal polysaccharide vaccine in the elderly, 5TH INTERNATIONAL SYMPOSIUM ON PNEUMOCOCCI AND PNEUMOCOCCAL DISEASES, ALICE SPRINGS, CENTRAL AUSTRALIA, 2-6 APRIL 2006 25 (2007) 2445–2450.
[13] H.D. Clifford, C.M. Hayden, S.-K. Khoo, G. Zhang, Le Souef, Peter N, P. Richmond, CD46 measles virus receptor polymorphisms influence receptor protein expression and primary measles vaccine responses in naive Australian children, Clin Vaccine Immunol 19 (2012) 704–710.
[14] R. Huttunen, J. Syrjanen, Obesity and the risk and outcome of infection, Int J Obes (Lond) 37 (2013) 333–340.
[15] J.J. Milner, M.A. Beck, The impact of obesity on the immune response to infection, Proc Nutr Soc 71 (2012) 298–306.
[16] Y.-H. Kim, J.-K. Kim, D.-J. Kim, J.-H. Nam, S.-M. Shim, Y.-K. Choi, C.-H. Lee, H. Poo, Diet-induced obesity dramatically reduces the efficacy of a 2009 pandemic H1N1 vaccine in a mouse model, J Infect Dis 205 (2012) 244–251.
[17] D.J. Weber, W.A. Rutala, G.P. Samsa, J.E. Santimaw, S.M. Lemon, Obesity as a predictor of poor antibody response to hepatitis B plasma vaccine, JAMA 254 (1985) 3187–3189.
[18] A. Eliakim, C. Schwindt, F. Zaldivar, P. Casali, D.M. Cooper, Reduced tetanus antibody titers in overweight children, Autoimmunity 39 (2006) 137–141.
[19] B. Grubeck-Loebenstein, S. Della Bella, A.M. Iorio, J.-P. Michel, G. Pawelec, R. Solana, Immunosenescence and vaccine failure in the elderly, Aging Clin Exp Res 21 (2009) 201–209.

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Impfgegnermärchen: ALS als Impfschaden

Eine unserer Kategorien hier im Impfblog ist “Impfgegnermärchen” und da hatten wir schon lange keinen Post mehr zu. Nun ist es aber mal wieder so weit, denn die Impfverweigerer hängen sich an die Medienaufmerksamkeit zur #icebucketchallenge.

keepcoolSeit ungefähr Anfang Juli hatten sich ja rund um die Welt Prominente und weniger Prominente eiskaltes Wasser über den Kopf geschüttet, um 1. über ALS zu informieren und 2. Spenden für ALS-Stiftungen zu sammeln (wer in Deutschland/Europa spenden will, kann das bei / für die ALS Hilfe (D) [1], die Fondation Thierry Latran (F) [2], oder die MND Association (UK) [3] – alles Organisationen, die nicht nur Forschung finanzieren, sondern sich auch um Patienten und ihre Familie kümmern).

ALS – die amyotrophe Lateralsklerose – ist eine Motoneuronenerkrankung [4] (zu denen gehört auch die Spinale Muskelatrophie, SMA [5], an denen Babies und Kleinkinder sterben, oft schon mit Muskelschwäche geboren), die erstmals 1869 vom Französischen Neurologen Jean-Martin Charcot beschrieben wurde. Bei den Motoneuronenerkrankungen (MND) sterben die Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark, die unsere Bewegungen steuern, eben die sogenannten Motoneuronen. Motoneuronen zeichnen sich durch ihre besonders langen Verbindungen aus – während andere Zellen oft nur wenige Zentimeter lange Verbindungen knüpfen, muss ein Hirnmotoneuron mit einem Durchmesser von 25 Mikrometern seinen Fortsatz von der Oberseite unserer Großhirnrinde bis ins Rückenmarks wachsen lassen und diese Verbindung aufrecht erhalten und mit Energie versorgen. Genauso muss ein spinales Motorneuron seinen Fortsatz vom Rückenmark bis zum Fuß schicker – das wird schon mal ein Meter. Man vermutet, dass wegen dieser “Belastung” für die Zellmaschinerie, Motoneurone schneller sterben als andere Zellen im Nervensystem, die aber durchaus auch betroffen sind. Schlussendlich wird das Zwerchfell nicht mehr bewegt, die Patienten ersticken, oder, wenn sie sich für mechanische Beatmung durch einen Luftröhrenschnitt entschieden haben, sterben sie oft an Lungenentzündungen. Der Verlauf von ALS und den schwereren Formen von SMA ist sehr schnell. 18 Monate nach Diagnose sind 50% der ALS Patienten gestorben, der Rest stirbt innerhalb von 3 bis 5 Jahren. Längere Überlebenszeiten sind ausgesprochen selten. Circa 2.000 Menschen sterben pro Jahr in Deutschland an ALS [1], die Krankheit ist nicht so selten wie man es sich wünschen sollte.

ALS/MND ist also eine schlimme Sache, und in den kleinen Gehirnen der Leute, die dumm genug sind ihren Impfpass zu verbrennen, sind alle schlimmen Sachen ein Impfschaden. So auch ALS. Verwegen werden Falschbehauptungen aufgestellt, die wir hier richtig stellen wollen:

„ALS kann nicht nur genetisch bedingt sein“ –

Die für die obige Behauptung angeführte Quelle I (Wikipedia) sagt deutlich, dass die Ursache für ALS unklar ist. Diese Behauptung könnte man nur dann aufstellen, wenn wir 100% den Einfluss aller Gene über unseren Körper, Gesundheit und Krankheit kennen würden. Dem ist aber nicht so. Nur 5-10% der ALS Fälle sind “familiär”, sprich, Patienten hatten schon Verwandte mit ALS/MND. Das bedeutet aber nicht, dass nicht eine Neumutation für die Erkrankung in den “spontanen” Fällen verantwortlich gemacht werden kann. Gerade vor drei Jahren (2011) wurde eine Kontrollregion des Gens “C9ORF72” auf Chromosom 9 als in 10% aller ALS Fälle betroffen identifiziert, sowohl der familiären, als auch der spontanen. Bei familiärem ALS betrug der Prozentsatz sogar 50% in Finnland und mehr als 33% in anderen Gruppen europäischer Abstammung. Zwillingsstudien haben eine genetische Kontribution zur Erblichkeit von ungefähr 61% herausgearbeitet. Familiäres ALS wird zumeist autosomal dominant vererbt, obgleich man auch X-linked oder autosomal rezessive Verbreitungswege identifiziert hat. Es gibt noch viel zu entdecken.

„Das in Impfungen enthaltene Aluminium löst Nervenschäden aus und kann für ALS verantwortlich sein“ -

Da ALS erstmals (1869) vor Nutzung aluminiumhaltiger Impfstoffe beschrieben wurde, ist es unwahrscheinlich, dass Impfungen ursächlich für das Auftreten von ALS sind. Das Konzept von Adjuvantien etablierte sich nämlich erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts und wurde für das an Aluminium adsorbierte Diphtherietoxoid erstmals 1926 von Glenny et al. beschrieben.[6]

„In Tierversuchen konnten, nach Impfung, die ‘gleichen’ Schäden wie bei ALS gefunden werden“ –

Zur Stützung dieser Aussage werden etliche Publikationen angeführt (II, III, IV und VI). Alle diese Publikation sind vom gleichen Autorenteam: Christopher A. Shaw (II, III, IV, VI), Michael S. Petrik (III, IV) und Lucija Tomljenovic (VI). Wenn man sich aber die Initialstudie zum Einfluss von Adjuvantien auf Mäuse anschaut, kommen Zweifel an der Übertragbarkeit der Erkenntnisse aus dem Mäusemodell auf den Menschen auf. Mäusen mit 35 Gramm Körpergewicht (7 Mäuse wiegen also gut soviel wie ein handelsübliches Packet Butter) wurde in 2 Mal innerhalb von 2 Wochen Wochen 200µl, also fast 1% ihres Körpergewichts unter die Hautfalte im Nacken injiziert. Das wäre so, als würde man Babies 2x die Flüssigkeitsmenge eines doppelten Espressos injizieren, oder einem 80 Kilo Soldaten (die Autoren sprechen hier von “Gulf War Syndrome”) mehrfach fast einen Liter Flüssigkeit. In Wirklichkeit kommen Impfstoffe als halber Milliliter (10 davon passen auf einen Teelöffel), also 100 (für ein 5 Kilo Baby) bis 1.600 (für einen 80 Kilo Soldaten) mal weniger als die Mäuschen. Der Vergleich hinkt also gewaltig, von weiteren methodischen Zweifeln an den Arbeiten der Gruppe mal abgesehen [7][8], so ist unklar, warum gerade in der Aluminiumgruppe 11 anstelle von 10 Mäusen untersucht wurden. Hinzukommt, dass die Autoren in der Follow-up Publikation 2009 sich auf das gleiche Experiment mit den gleichen Mäusen und den gleichen Auswertungen beziehen. Weder die versprochene Auswertung zu den beiden anderen Gruppen (Squalene und Aluminiumhydroxid/Squalene) als auch die Folgeexperimente mit 9-Monate alten Mäusen wurden je veröffentlicht. Bondy (V) bezieht sich in seiner „besorgten Beschreibung“ auf Petrik & Shaws Mäuse (wo aber nur ein Experiment 2x als Quelle dient, s.o.). Petrik, Shaw und Tomljenovic sind nicht einfach nur objektive Wissenschaftler, sondern vor allem eines: Impfgegner mit einer Agenda, Organisateure und Sprecher auf Impfgegnerkonferenzen, dick mit Wakefield und dem National Vaccine Information Center (NVIC).[9][10]

„In der Amerikanischen Datenbank für Impfschadensfälle kommt ALS 24mal vor, sogar 3 Todesfälle (mit AUSRUFEZEICHEN!) werden dort genannt“ –

Auch das ist falsch. Wenn man die VAERS Datenbank über die Plattform medalerts.org (ein Interface des NVIC) durchsucht, dann findet man dort 31 Fälle von ALS/MND gemeldet [11]. Die Diskrepanz kommt natürlich dadurch zustande, dass man nach beidem suchen muss. Diese Datensätze muss man aber nicht nur abrufen, sondern auch interpretieren können:

1. „A report to VAERS generally does not prove that the identified vaccine(s) caused the adverse event described.“[12]
Die Erfassung einer unerwünschten Nebenwirkung in der VAERS-Datenbank ist keine Bestätigung, dass diese durch eine Impfung hervorgerufen wurde.

2. VAERS [13] erfasst seit 1990, also seit 24 Jahren, Meldungen von vermuteten Impfnebenwirkungen, in erster Linie aus den USA, aber auch weltweit. In dieser Zeit wurden in den USA alleine über 80 Millionen Babies geboren und mit Aluminium-haltigen Impfstoffen geimpft. Dazu kommen über 50 Millionen Dosen der HPV Impfung. Das Lebenszeitrisiko von ALS/MND liegt bei ungefähr 1/300.[14] Es wäre also ausgesprochen erstaunlich, wenn es keine Fälle von ALS/MND in der VAERS Datenbank gäbe. 31 sind, im Verhältnis zu der Zahl der gegebenen Impfungen, ausgesprochen wenige Meldungen.

3. Jeder kann alles alles an VAERS melden – und wenn die Behauptungen nicht zu wild sind (Impfungen machten meine Tochter zu Wonder Woman und Impfungen machten mich zum Hulk zum Beispiel [15]), dann bleiben die Datensätze auch darin. Eine VAERS Meldung sagt absolut nichts über die Kausalität der Impfung für ein nachfolgendes Ereignis aus.

4. Die Qualität der Meldungen ist sehr variabel [siehe Einzelmeldungen in 11] und reicht von “wir haben von einer Apotheker, dass ihr Bruder von seinem Neurologen gehört hat, dass der eine Patientin hatte, bei der nach Gardasil (Chargennummer unbekannt, Impfdatum unbekannt, Abstand von Impfung zu Diagnose unbekannt), ALS aufgetreten ist” (tatsächlicher Fall: VAERS ID: 327095), über Fälle bei denen der Patient schon vor der Impfung ALS/MND hatte (VAERS ID: 522105), bis zu “Impfschadensopfern” bei denen eine spezifische Infektion aufgetreten ist (z.B. Botulismus im Fall VAERS ID: 523286), oder eindeutig eine genetische Form der ALS/MND vorlag (Bruder, Vater und Großvater väterlicherseits des Patienten mit der VAERS ID 330883 hatten ALS; die Patientin mit der VAERS ID 449334 hatte die FUS Mutation, wie auch schon ihre Eltern).

„3 Todesfälle nach HPV-Impfung an ALS, Aluminium kann nicht als Ursache ausgeschlossen werden, weil die Zulassungsstudien auch ein Aluminiumhaltiges Placebo verabreicht bekamen“-

Alle 3 Todesfälle iVm ALS erhielten Gardasil als Impfstoff. Ob ALS auch nach Cervarix-Impfungen aufgetreten ist, läßt sich aus der VAERS Datenbank nicht erschließen. Im Rahmen der Zulassung von Cervarix wurden ca. 30.000 Probanden geimpft, vgl. mit ca. 22.000 Probanden für Gardasil (wovon knapp 10.000 ein Placebo erhielten). Für Cervarix wurde als Kontrollgruppen Impflinge untersucht, welche entweder ein Aluminiumplacebo (N=3.454) oder mittels Aluminium adsorbierte Hepatitis A Impfstoffe (N=1.032 und N=9.325) erhielten.[16] Im Fall von Gardasil wurde das Sicherheitsprofil anhand von doppeltverblindeter, plazebokontrollierter Studien überprüft. Zum Einsatz kamen neben dem Impfstoff auch ein Placebo mit und eines ohne Aluminium.[17]

Grundsätzlich ist zu sagen, dass ein Adjuvans kein Wirkstoff ist, aber die Wirkstoffpräsenz verbessert. Auch Placebos mit einem Aluminiumadjuvans sind Salzlösungen, Mineralsalzlösungen. Placebos auf NaCl-Basis ohne zusätzliche Aluminiumsalze verursachen selbst auch lokale Reaktionen. Aluminiumsalze gelten aufgrund der nahezu 100-jährigen Erfahrung als Adjuvans als etabliert – das Sicherheitsprofil ist aufgrund der milliardenfachen Anwendung im Wesentlichen bekannt. Bei den Placebos mit Aluminiumsalzen lässt sich der Nettoeffekt des Impf-Antigens hinsichtlich Antikörpertiter/-konzentration am besten herausarbeiten, da die Zusammensetzung sonst identisch ist. Der einzige Unterschied ist das Antigen. Ein NaCl-Placebo wäre jedoch schon wieder weniger vergleichbar – auch was die Sicherheit betrifft – hinterlässt ebenfalls Unsicherheiten hinsichtlich der Vergleichbarkeit. In der wissenschaftlichen Richtlinie, der die Zulassung jedes neuen Impfstoffes unterliegt, steht klar:

„Abhängig von der zu verhinderten Erkrankung und der Vertretbarkeit den Probanden einen möglicherweise wirksamen Impfstoff vorzuenthalten, kann der Kontrollgruppe ein Placebo, das Adjuvans selbst oder ein Alternativimpfstoff verabreicht werden, welcher nicht gegen die zu verhinderte Erkrankung schützt, aber einen anderen potentiell nützlichen Effekt für den Impfling beinhaltet.“[18]

Neurodegenerative Erkrankungen sind furchtbar und gnadenlos und man kann viele nicht heilen, oder auch nur zum Stillstand bringen. ALS ist tödlich. Immer. Unaufhaltsam. Mit vorhergegangenen Impfungen und auch danach. Es liegt in der menschlichen Natur dafür einen Grund zu suchen. Bevor man allerdings kopflos Impfungen für ALS/MND verantwortlich macht, lieber nachdenken und informieren, mit kühlem Kopf (nicht unbedingt Eiswasser gekühlt)!

[1] http://www.als-hilfe.org/
[2] http://www.fondation-thierry-latran.org/
[3] http://www.mndassociation.org/
[4] http://emedicine.medscape.com/article/1170097-overview
[5] http://emedicine.medscape.com/article/1264401-overview
[6] http://www.nature.com/icb/journal/v82/n5/full/icb200475a.html
[7] http://scienceblogs.com/insolence/2012/10/31/and-now-death-by-gardasil-again-not-so-fast/
[8] http://scienceblogs.com/insolence/2011/12/08/and-global-warming-is-caused-by-the-decr/
[9] http://leftbrainrightbrain.co.uk/2011/10/06/the-2011-vaccine-safety-conference-in-jamaica/
[10] http://www.harpocratesspeaks.com/2013/08/a-snapshot-of-deep-pockets-of-anti.html
[11] http://tinyurl.com/klnufcy
Hinweis: Die Daten entsprechen denen, die über das Regierungsinterface der CDC abgerufen werden können http://wonder.cdc.gov/vaers.html
[12] http://vaers.hhs.gov/data/index
[13] http://vaers.hhs.gov/about/index vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/Vaccine_Adverse_Event_Reporting_System
[14] http://informahealthcare.com/doi/full/10.3109/21678421.2013.778565
[15] http://leftbrainrightbrain.co.uk/2006/03/14/on-using-vaers/ vgl.
http://web.archive.org/web/20070717172642/http://neurodiversity.com/weblog/article/14/
[16] http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/human/medicines/000721/human_med_000694.jsp&mid=WC0b01ac058001d124
[17] http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/medicines/human/medicines/000703/human_med_000805.jsp&murl=menus/medicines/medicines.jsp&mid=WC0b01ac058001d124
[18] „Depending on the disease to be prevented and the acceptability of withholding a potentially efficacious vaccine from some study participants,
the control group might be given a placebo, the adjuvant alone or an alternative vaccine that does not protect against the disease under study but provides some other potential benefit to vaccinees.“
http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Scientific_guideline/2009/09/WC500003870.pdf

(I) http://de.wikipedia.org/wiki/Amyotrophe_Lateralsklerose
(II) Shaw et al.: „Aluminum’s Role in CNS-immune System Interactions leading to Neurological Disorders“,Immunome Res 2013, 9:1.
[http://omicsonline.com/open-access/aluminums-role-in-cnsimmune-system-interactions-leading-to-neurological-disorders-14822-1745-7580-9-069.php?aid=20403]
(III) Shaw et al.: „Aluminum hydroxide injections lead to motor deficits and motor neuron degeneration“, J Inorg Biochem. 2009 November ; 103(11): 1555. [http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2819810/]
(IV) Petrik et al.: „ Aluminum adjuvant linked to Gulf War illness induces motor neuron death in mice”, Neuromolecular Med. 2007;9(1):83-100. [http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17114826]
(V) Bondy: “Prolonged exposure to low levels of aluminum leads to changes associated with brain aging and neurodegeneration”, Toxicology. 2014 Jan 6;315:1-7.
(VI) Tomljenovic et al.: “Aluminum Vaccine Adjuvants: Are they Safe?”, Current Medicinal Chemistry, 2011, 18, 2630-2637. [http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21568886]
(VII) http://www.medalerts.org/vaersdb/
(VIII) Ehgartner: “Gesund ohne Aluminium”, Ennsthaler Verlag, 2014

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Für Impfen/KUKI 18.09.2014 Verwechslung führt zu Todesfällen bei Impfaktion in Syrien

In jedem (Bürger)krieg, in dem Massen von Menschen vertrieben werden und eng in Lagern zusammengepfercht leben müssen, kommt es leicht zu katastrophalen Krankheitsausbrüchen. Mangelnde Hygiene und mangelnde Möglichkeiten, Quarantäne einzuhalten tragen zu der raschen Verbreitung von Krankheiten wie Cholera, Masern und manchmal sogar Polio bei.

Deshalb gibt es in Syrien zur Zeit von der WHO und UNICEF unterstützte Impfaktionen u.a. gegen Masern, welche von der Türkei aus organisiert werden. Über 60.000 Kinder wurden bereits erfolgreich gegen Masern geimpft. Mitte September, am 16.09.2014, kam es allerdings zu einem schweren Zwischenfall in Idlib im Nordwesten Syriens. Nach einer Impfung gegen Masern wurden viele Kinder schwach und einige (zunächst wurden 34 gemeldet, inzwischen ist die Zahl auf 15 korrigiert) verstarben kurze Zeit später.

Die Rebellen/Oppositionsregierung, die die Region kontrollieren, gingen von einer vorsätzlichen Manipulation der Impfstoffe aus. Diesen Vorwurf griffen die Medien zunächst auf [1]. Daraufhin wurden die Impfaktion zunächst ausgesetzt, um eine Untersuchung einzuleiten.[2] Das Ergebnis steht nun fest. Ursächlich für die Todesfälle ist eine folgenschwere Verwechselung der Injektionsflüssigkeit. Statt des Masernimpfstoffes wurde den Kindern ein Medikament namens Atracurium [3], ein Muskelrelaxans, injiziert.

Atracurium entspannt alle Muskulatur, die die Atmung kontrolliert, inklusive der des Zwerchfells. Gerade bei den jüngeren/leichteren Kindern zwischen 6 und 18 Monaten führte dies zum Tod [4].

Im Gegensatz zu den in Europa im Allgemeinen verwendeten Einzeldosis-Impfstoffen, kommen bei solchen Impfaktionen aus Kostengründen Mehrdosenbehältnisse zum Einsatz, aus denen die Impfung aufgezogen wird, so dass eine solche Verwechselung nicht nur ein, sondern gleich mehrere Opfer, fordert.

Die Todesfälle sind also nicht auf den Impfstoff zurückzuführen, eine Manipulation gab es nicht. Aber die Kinder wurden dennoch Opfer einer Impfaktion, bei der das Personal nicht die notwendige Sorgfalt walten liess. Diese Nachlässigkeit ist unentschuldbar.

Bildquelle: TRT.net

[1] http://www.theguardian.com/world/2014/sep/17/syrian-children-die-contaminated-measles-vaccine
[2] http://www.trt.net.tr/bosanski/news/detail/okolis-i-zdravlje/102/sirija-od-posljedica-vakcinacije-umrlo-20-djece/29612
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Atracurium
[4] http://www.theguardian.com/world/2014/sep/17/measles-vaccination-mix-up-syria-15-infants-killed

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KUKI 07.09.2014 begünstigt die Windpockenimpfung eigentlich das Gürtelrosenrisiko?

Immer wieder hört man als Argument gegen die Windpockenimpfung für Kinder, dass dadurch das Risiko für Gürtelrose im späteren Leben (oder eben auch schon bei geimpften Kindern) erhöht ist – stimmt das?

Vorweg: das Windpockenvirus Varicella, bzw Herpes zoster (VZV) gehört zur Herpesfamilie, und genau wie das Virus Herpes simplex, das die Lippengeschwüre macht, hat man das Windpockenvirus sein Leben lang, wenn man damit einmal in Kontakt gekommen ist. Das gilt für das Wildvirus genau so wie für das Impfvirus.

Es ist in der Tat so, dass Gürtelrose immer häufiger auftritt. Allerdings berichten mehrere Studien, dass die Häufung schon in den 80er Jahren begann, bevor der Varizellen-Impfstoff 1995 in den Vereinigten Staaten eingeführt wurde. Die Gründe für diesen Anstieg sind nicht ganz klar. Derzeit gibt es keine eindeutigen Anhaltspunkte, dass der Anstieg in den USA durch das Windpocken-Impfprogramm beschleunigt wurde. Es gibt ähnliche Hinweise aus Kanada – dort haben die Gürtelrosenraten seit 1986 zugenommen, die Impfung wurde aber erst ab dem Jahr 2000 empfohlen. Eine (bisher nicht bewiesene) Hypothese ist, dass durch die geänderte Lebensweise (z.B. weniger Kinder in Familien, keine “Großfamilien” in denen Großeltern auf die Enkel aufpassen) Kinder und ältere Menschen mit nicht oft genug mit Windpocken in Berührung kommen und deshalb das in ihnen “ruhende” Virus nicht genügend in Schach gehalten wird. Auf jeden Fall existierte Gürtelrose lange vor der Impfung und inzwischen, 18 Jahre nach der Einführung der Impfung gegen Windpocken in den USA,  ist die Rate von Herpes zoster rückläufig. Geimpfte Kinder in den USA zeigen ein 79% niedrigeres Risiko für Gürtelrose als nicht geimpfte Kinder. Außerdem wurde in geimpften Kindern die Hälfte der Gürtelrosenfälle durch den VZV-Wildtyp ausgelöst. Dies deutet darauf hin, dass, wenn überhaupt, die Windpocken-Impfung dazu beitragen wird, Gürtelrosenraten langfristig zu senken. Die Angst vor Gürtelrose ist also kein Grund, das Risiko einer Windpockeninfektion (von uns auch hier und hier diskutiert) in Kauf zu nehmen.

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Für Impfen: Fallbericht Menigitis Charlotte Cleverly Bisman

Ein Argument gegen Impfungen gegen bakterielle Infektionen hört, ist, dass man “da ja Antibiotika geben kann”. Das Für Impfen Team hat jetzt einen Fallbericht einer Meningokokkeninfektion veröffentlicht, der beeindruckend klar stellt – die Bakterien sind schneller als jede Behandlung. Ein Fallbericht sollte sicher nicht die einzige Entscheidungsgrundlage für oder gegen eine Impfung sein, aber dieser ist nicht untypisch und soll zum Nachdenken anregen (dazu passt auch unser Beitrag von gestern):

Der folgende Bericht ist von Charlottes Vater, Perry Bisman, 2005:„Der 17. Juni 2004 wird mir für immer schmerzhaft in Erinnerung bleiben als der Tag, der wie jeder andere begann und im furchtbarsten Albtraum aller Eltern endete. [Meine Tochter] hat mit schrecklichsten Folgen den Kampf gegen eine Meningokokkenvergiftung gewonnen.

Ich fuhr zu meiner Arbeitsstelle, wo ich als Leiter für Kommunikation tätig war. Charlottes Mutter rief mich so gegen halb neun an, kurz nachdem ich auf Arbeit angekommen war, um mir zu berichten, dass sich das Baby in der Nacht übergeben hätte und nicht ihr normales, fröhliches Selbst heut morgen war. Obwohl wir beunruhigt waren, dachten wir zu allererst an Zahnungsbeschwerden, mit denen wir jederzeit rechneten. Da Charlotte in den ersten sechs Monaten ihres kurzen Lebens nicht ein einziges Mal krank gewesen war, nicht einmal mit einem Tropfnäschen, sorgten wir uns also nicht, sondern nahmen diese Umstände einfach zur Kenntnis.

Um 10:30 klingelte das Telefon wieder. Diesmal war Pam [Charlottes Mutter] hysterisch. Ich konnte sie kaum verstehen, aber am Ende dennoch ausmachen: „Dein Baby hat eine Meningitis!“

„Oh mein Gott!“ Ich sprang auf. „Bin auf dem Weg.“ Ich konnte nicht schnell genug losspurten. Die kurze Autofahrt war eine schier endlose Prüfung meiner Geduld und der Regeln des Straßenverkehrs.

Als ich endlich im Ostend Medical Center, Waiheke Island, so ungefähr fünf Minuten später eintraf, sprintete ich am Empfang vorbei und schrie nur: „Pam! Pam! Wo seid ihr?“ Es dauerte nicht lang, bis ich sie gefunden hatte. Hinter einem Vorhang konnte ich viele, besorgt klingende Stimmen raunen und Pams unkontrollierbares Weinen hören.

Charlotte war bis auf ihre Windel nackt und hatte kleine, kaum sichtbare Punkte an ihrem ganzen Körper. Vor gerade mal 10 Minuten hatte Pam einige Pünktchen auf Charlottes Nacken entdeckt und ist, das Schlimmste befürchtend, direkt in die Klinik gefahren.

Das medizinische Personal versuchte verzweifelt eine Vene zu erhaschen, um Charlotte Penicillin zu verabreichen, was sich aber als äußert schwierig bei unserer kleinen Charlotte gestaltete. Eine Beatmungsmaske für Erwachsene bedeckte ihr komplettes Gesicht. Sie sah mich vage an und ihre Augen rollten einfach weg. Sie war bereits auf dem Weg ins Koma.

### Rettungshubschrauber ###

Ein Rettungshubschrauber wurde gerufen und wir fuhren dann im Rettungswagen zum Sportplatz der Schule, wo dieser den Krankentransport übernehmen sollte. Als wir in der Luft waren, wurde mir klar, wie ernst die Lage war, aber noch nicht, wie schlimm es um unser Baby wirklich stand. Ich dachte, weil wir so früh reagiert hätten, würde die Ausbreitung aufgehalten werden können und Charlotte nach einem kurzen Krankenhaus wieder fit sein.

Die Crew des Rettungshubschraubers war fantastisch. Sie bereiteten uns darauf vor, dass wir es mit einer ernsthaften Erkrankung zu tun hätten und man uns gleich nach der Landung viel Information unterbreiten würde und wir versuchten sollten, uns darauf zu konzentrieren. Mein Wissen um diese Erkrankung war recht begrenzt, um es mal milde zu formulieren. Ich kannte natürlich das Wort Meningitis, wusste aber doch sehr wenig über Meningokokken. Ich erinnerte mich an meine Mutter, wie sie stets mahnte: „Tauch nicht im warmen Schwimmbecken unter Wasser, sonst bekommst Du noch eine Hirnhautentzündung!“ Vermutlich meinte sie eine durch Amöben ausgelöste Meningitis, von der ich wußte, dass sie Gehirnschäden auslösen konnte und das war daher meine erste Sorge.

Ich hatte keine Ahnung, dass diese Erkrankung tödlich enden und die Amputation von Gliedmaßen notwendig sein könnte. Die Zerstörung des kleinen Körpers meiner Tochter, deren Zeuge ich gerade wurde, war verstörend.

### Notaufnahme ###

In der Notaufnahme versuchte das Team schnellstmöglich Charlotte zu stabilisieren. Sie rannten alle umher und instruierten einander mit besorgtem Tonfall. Das trug nicht gerade zu meiner Beruhigung bei und langsam dämmerte es mir, wie ernst die Situation wirklich war.

Sie mussten Charlotte in der ersten halben Stunde zwei Mal wiederbeleben.

Die Geräte und Monitore piepsten unermüdlich und gaben Geräusche von sich, die ich überhaupt nicht einzuordnen wußte und die für mich die Hölle waren. Ich rief meine Mutter an.

Als Charlotte endlich an alle Gerätschaften angeschlossen war und sie es fertiggebracht hatten, ihr endlich einen intravenösen Zugang im Knie zu legen, was sich wiederum als schwierig wegen ihrer zarten Figur erwies, wurden wir sofort auf die Intensivstation befördert, wo wir die nächsten 12 Tage verbringen sollten und zusahen, wie die Situation sich von schlimm zu noch schlimmer und am allerschlimmsten hin entwickelte.

### Intensivstation ###

Mit all den Infusionen, Bluttransfusionen, Antibiotika und Nährstoffen, die ihr auf unnatürlichem Wege zugeführt wurden, blähte sich Charlotte auf wie ein Ballon. Unser kleines Mädchen war nicht mehr zu erkennen, ihr kompletter Körper samt Gesicht färbte sich knallrot. Bläschen traten auf, die mit der Zeit hart und dunkel verkrusteten.

Sie musste beatmet werden. Flüssigkeit sammelte sich in der Lunge an. Im Magen bildeten sich Ulcer, die aufplatzten und einen einzigen Blutklumpen hinterließen, der ihre Nahrungsaufnahme durch die Magensonde behinderte. Die Nährstoffaufnahme wurde nun intravenös durchgeführt.

Jeden Tag mussten wir zusehen, wie der Tod ihren Körper immer mehr in Beschlag nahm. Zuerst wurden ihre roten Fingerspitzen schwarz und verwelkten wie trockene Blumen. In diesen ersten Tagen, dachte ich, dass uns vielleicht doch das fragwürdige Glück beschert wäre, nur ihre Fingerspitzen zu verlieren. Sie würde immerhin noch einen Stift oder einen Pinsel ergreifen können. Sie würde aber nie wieder mit ihrem Papa Gitarre spielen können (was wir gerade erst vor ein paar Tagen gemacht hatten).

Aber mit jedem Tag traten die irreparablen Schäden deutlicher zu Tage. Die Schwärze kroch langsam über ihre Handfläche in ihre Arme. Gleiches galt für die Beine. Als die Bläschenbildung begann, war sie einfach nur in dem jämmerlichsten Zustand überhaupt. Obwohl sie in einem medizinisch induziertem Koma verweilte, wimmerte sie, wenn man sie berührte, um ihren Popo zu reinigen. Sie durchlebte unbeschreibliche Schmerzen mit der Infektion, die in ihren Knochen wütete und das Personal verglich die Schmerzen zu Verbrennungen dritten Grades oder schlimmer. Die komplette Behandlung glich der eines Verbrennungsopfers.

In Charlottes Fall waren ca. 80 Prozent ihres Körpers betroffen, ihr Oberkörper war das Einzige, was relativ unbeschadet überlebte. Diese gesunde Haut wurde jedoch vom plastischen Chirurgen für die Rekonstruktion der betroffenen Regionen genutzt, so dass am Ende wirklich kein Körperteil unserer kleinen Charlotte von dieser bösartigen Erkrankung verschont blieb.

### Überwachungsstation ###

Als ob das alles nicht schon schlimm genug war, so mussten wir feststellen, dass Charlotte trotz aller medikamentösen Gaben, immer noch starke Schmerzen empfand und es notwendig wurde, ihr zusätzliche Dosen Morphium und Ketamin zu verabreichen, sobald sie Stuhlgang hatte. Sie erhielt als Basisdosierung bereits 5mg Morphium und 2,5mg Ketamin pro Stunde.

Es war unerlässlich sie sofort zu reinigen, da ihr Popo ebenfalls schlimm betroffen war. Als die Abgrenzung zwischen gutem und schlechtem Gewebe deutlich wurde, sah man auch große vereiterte Lücken, welche bei jeder Bewegung aufrissen. Ihr Unterteil wurde daraufhin dick mit SSD Creme eingeschmiert (Sulphadiazine Chlorhexidine Digluconate). Diese 1 cm dicke Schicht diente der Minimierung bakterieller Infektionen.

Alle drei Tage wurde ihr Verband gewechselt. Im OP wurde sie unter Vollnarkose neuverbunden, da ein solcher Wechseln zu schmerzhaft bei vollen Bewusstsein war. Danach war sie immer wie durch den Wind und die Schmerzen kehrten mit voller Wucht zurück. Wir hatten das Gefühl, dass sie nie verstand, was grad mit ihr passiert war. Charlotte entwickelte Argwohn jedem mit einer komischen Kopfbedeckung gegenüber, wie sie im OP getragen wurde. Im Endeffekt versetze jede Bewegung ihres Bettes sie in Panik voll in Erwartung der schlimmen Dinge, die ihrer harrten.

Wir bestanden letztendlich darauf, sie bereits vorher medikamentös ruhig zu stellen. Ruhigstellung hätten auch wir zu diesem Zeitpunkt gebraucht. Der Stress hatte auch uns gezeichnet.

Am Anfang der dritten Woche, blockierte Charlottes Katheter und musste daraufhin ausgetauscht werden. Auch der dickere „Hickman“ blockierte entgegen aller Vorhersagen und wurde ebenfalls ersetzt, wieder im OP, wieder unter Vollnarkose.

### Amputation ###

Wir wussten, dass die Amputation unausweichlich war. Der plastische Chirurg konnte uns am 3. Tag noch nicht sagen, was alles zu entfernen sei. Wir mussten zwingend auf die Abgrenzung warten und er wollte uns keine Hoffnung machen, falls er doch mehr entfernte. Ich musste ihn fast dazu zwingen, uns das „worst-case“ Szenarium mitzuteilen. Der orthopädische Chirurg machte uns klar, dass es nicht zweckführend ist, eine solche Prozedur zu besprechen, bevor sie durchgeführt wird, aber dass sie zwingend durchgeführt werden muss, sonst stürbe Charlotte ganz sicher. Am Tag vor der Amputation führten wir das Aufklärungsgespräch mit ihnen. Pam brach zusammen und konnte dem Gespräch nicht länger beiwohnen. Ich mutete mir die schrecklichen Details der bevorstehenden Operation zu, um informiert zu sein. Ich dachte nur daran, was die Crew des Rettungshubschraubers damals sagte: Fokussiert bleiben und jede Information aufnehmen.

Wir sprachen über die Schwierigkeiten einer solchen Amputation über- und unterhalb der Gelenke. Überhalb der Gelenke würden die Wachstumsfugen zerstört und auf infantilem Stand bleiben ohne mitzuwachsen, was das spätere Anpassen von Prothesen erschweren würde. Keine guten Neuigkeiten für mich. Um ehrlich zu sein, war das mit die schlimmste Nachricht, seit ich mir klar war, dass sie alle 4 Gliedmaßen verlieren würde.

Letztendlich wurde mir die Einwillungserklärung überreicht, was mir total surreal erschien. Der Titel des Formular brannte sich ein und mit meiner Unterschrift würde sich unser Leben und ihr Körper für immer dramatisch ändern. Mit zitternden Händen unterschrieb ich das Formular. Ich hätte es nicht getan, wenn ich gedacht hätte, dass es einen anderen Weg gäbe, aber mir wurde klar gesagt, dass sie sterben würde, wenn die toten Gliedmaßen dran blieben.

In dieser Nacht weinte ich ununterbrochen. Ich stand neben mit und wir beide hatten Albträume. Diese Entscheidung war die härteste und schlimmste Entscheidung meines Lebens, aber ohne Alternative. Als Charlotte am nächsten Tag in den Operationssaal gebracht wurde, sagte Pam nur: „Schneidet diese bösartige Erkrankung von meinem Baby weg.“ Ich war noch nicht ganz bei mir aber ich verstand sie völlig. Weg mit der Wurzel des Übels, welches ihr solche Schmerzen bereitet und lasst uns einfach die Essenz unserer kleinen, wunderschönen Tochter.

Während der acht einhalb Stunden andauernden Operation klingelte mein Telefon ununterbrochen. Die meisten unserer Freunde und Familie hatten über die Medien vom heutigen Tage erfahren und wollten uns beistehen.

Erstaunlicherweise war ich merkwürdig gelassen. Die Emotionsausbrüche der letzten Nacht hatte geholfen. Ich begann mich Pams Sichtweise anzunähern und mich mit dem Umstand abzufinden, dass wir von nun an ein Kind mit besonderen Bedürfnissen haben würden. Die Chirurgen kamen fast mit lächelnden Gesichtern nach ihrer langen Arbeit zu uns. Der Erfolg stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Sie erklärten uns, dass sie optimistischerweise die Amputation nicht überhalb der Gelenke vorgenommen hätten, wo dies möglich erschien.

Ich nahm diese Information mit Erleichterung zur Kenntnis, hieß das doch, dass das, was übrig geblieben war, normal mitwachsen konnte. Charlottes Vitalfunktionen seien durchweg stabil gewesen und sie befände sich in der Aufwachphase. Von ihrem Standpunkt betrachtet, war dies ein voller Erfolg.

Mit ihren gekürzten Gliedmaßen konfrontiert, erschien das dennoch alles unendlich weit weg und surreal. Wir hatten uns auf diesen Moment vorbereitet. Sie war noch unter schwerer Sedation und ganz blau. Sie bekam Morphium und dann noch mehr. Als sie wieder zu sich kam, war sie erstaunlich ruhig. Die Schmerzen waren natürlich nicht weg. Aber insgesamt erschien sie uns besser und wir sahen zuversichtlich der Genesung entgegen. Ich war dankbar, dass das Schlimmste der fürchterlichen Schmerzen vorbei war.

In der folgenden Woche verbesserte sich ihr Verhalten, doch entwickelte sie zusätzliche Infektionen und die optimistische Prognose der Ärzte geisterte mir unentwegt im Kopf herum. Wie sich herausstellte, war das, von dem ich annahm, das es eine gute Sache war, nur das Beste, das wir erhoffen konnten.

Eine Nachoperation war notwendig. Das war ein herber emotionaler Rückschlag für uns. Die Amputation überhalb der Gelenke war doch notwendig und damit auch die langfristige Entwicklung eingeschränkt. Damit hatte ich nicht gerechnet und versank in Depression.

Ich durchlebte duzende von potentiellen Szenarien und stellte mir vor, dass ihre Prothesen möglicherweise nie für sie nutzbar sein würden. Diese Möglichkeit ist immer noch real, aber ich versuche, das auszublenden und einfach dankbar für jeden Tag zu sein, an dem wir uns an ihrem Lächeln erfreuen dürfen und wir sie zum Lachen bringen können.

Nach dieser weiteren sieben einhalb ständigen Operation, ging es Charlotte nicht so gut. Es dauerte 2 Tage, bis sie wieder richtig bei uns war.

### Genesung ###

Die folgenden Tage waren von gemischten Gefühlen geprägt. Langsam wurden ihre Schmerzmittel abgesetzt. Sie musste wieder lernen, mit ihrem Mund zu essen. Dazu kamen nun Zahnungsbeschwerden. Sie war quengelig und ungnädig und die neuen Zähne störten sie. Aber auch die Hautransplantate juckten wohl. Doch dieses Herumwälzen hielt sie in Bewegung und förderte damit auch den Erhalt und und Aufbau ihrer Muskulatur. Sie überraschte uns und die Physiotherapeuten während ihrer Reha im Wilson Heim, wo wir für 3 Monate im Anschluss an den Klinikaufenthalt waren. Eine Woche vor ihrem ersten Geburtstag war sie fit genug, um nach Hause entlassen zu werden.“

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Charlotte verbrachte 2 Monate in der Kinderklinik, 3 weitere Monate in der Reha. Heute ist sie 10 Jahre alt. Ein fröhliches Mädchen. Die Eltern jedoch sind durch diese Erfahrung gezeichnet.

In Deutschland wird – außer im Bundesland Sachsen – die Impfung gegen Meningokokken C erst ab dem zweiten Lebensjahr empfohlen. Die Impfung gegen Meningokokken B, an der Charlotte im Alter von 6 Monaten erkrankte, wird bisher nur einem ausgewählten Personenkreis bei Indikation empfohlen (außer in Sachsen, dort wird sie bereits generell ab dem 3. Lebensmonat empfohlen).[1][2] Beide Impfungen können durch Impfstoffe vorgenommen werden, die bereits am dem 3. Lebensmonat zugelassen sind.[3]

Textquelle:
http://www.charlottecleverleybisman.com/about.html

Bildquelle:
http://www.greenstonetv.com/programmes/documentaries/private-lives/charlotte-my-story/

Übersetzung: Für Impfen

Quellen:
[1] http://www.gesunde.sachsen.de/download/lua/LUA_HM_Impfempfehlungen_E1.pdf
[2] http://www.aerzteverein-oberlausitz.de/downloads/aktuelle-SIKO-empfehlungen.pdf
[3] http://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoff-impfstoffe-fuer-den-menschen/meningokokken/meningokokken-node.html

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